Theater Thevo – Nürnberg
Forumtheater bedeutet, dass das Theater zum Forum wird. Zum Forum für die Zuschauer. Die künstliche Welt, die das Theater erzeugt wird zur Test-Welt für Alternativen.

Das Forumtheater ermöglicht das direkte Eingreifen der Zuschauer/innen, die eigene Lö­sungs­möglichkeiten einbringen und gleich im Spiel erproben können. Auf diese Weise wird eine einmalige Unmittelbarkeit, sowie eine tiefe und nachwirkende Berührung durch das Stück erreicht. Forumtheater ist eine zentrale Säule der Arbeit von thevo, bestärkt durch die über­wältigende Resonanz bei unseren Zuschauer/innen.

Dieses Theater setzt voraus, dass die Zuschauer zu echten, interaktiven Partnern der Aufführung werden, Spass daran haben sich selbst auszuprobieren, neugierig sind auf ein unvorhersehbares Spiel und die Ideen aller Anwesenden. Die Schauspieler sind gefordert, auf der Basis einer 'Grund'-Geschichte, eines Themas und verschiedener Charaktere, mit den Ideen der Zuschauer zu improvisieren. Sie improvisieren auf ein Thema. Die Lebendigkeit und der unübertroffene Reiz des Forumtheaters liegen in seiner Einmaligkeit und der echten Interaktion.
Bekannt wurde die Form durch den Brasilianer Augusto Boal, der auf der Basis der Ideen von Paolo Freire zur 'Pädagogik der Unterdrückten', weltweit für Workshops und Inszenierungen sorgte. Der hohe emanzipatorische Anspruch der Arbeit liegt in der demokratischen Idee, dass alle Menschen an der Gestaltung der Welt teilhaben und sich als teilhabend erleben sollen.

"Ein Theater ohne Inhalt ist kein Theater". Weil uns das wichtig ist, begreifen wir unsere künstlerische Arbeit primär als innovatives Theater, nicht als 'Sozialarbeit' oder 'Theater­pädagogik'.

Thevo wurde für den 30. Oktober 2009 zum WeltForumTheaterFestival nach Graz (A) ein­ge­laden.

thevo vermittelt Techniken des Forumtheaters auch gerne an Dritte, z.B. 2004 seit Tschechien in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond, oder im Jahr 2000 in Aus­tra­lien auf dem Adelaide Fringe.